Das wundersame Leben von

Fuchs und Schlange

Kapitel 7

 

 

Lucy spürte, wie Schlanges Arm ihr entglitt. Ihre Beine zitterten. Ein Polizist legte ihrem Vater Handschellen an. Lucy sah sein Gesicht. Er schien ziemlich besorgt zu sein. Er hob den Kopf und sah seiner Tochter in die Augen. „Lucy!“, rief er und versuchte sich aus dem Griff des Polizisten zu befreien. Er schaffte es und rannte zu ihr. Sie fiel ihm um den Hals. „Fuchs“, flüsterte sie. Er lächelte sie an. „Wie hast du es bis hier her geschafft?“, fragte er. Lucy ließ ihren Vater los zeigte auf Schlange. „Er hat mir geholfen.“ Fuchs nickte Schlange dankbar an und wandte sich wieder Lucy zu. „Es tut mir Leid, meine Süße, aber ich muss jetzt gehen.“ Sie nickte und umarmte ihn noch einmal, dann wurde er von den Polizisten abgeführt. Sie drehte sich zu Schlange um. „Hilfst du mir wieder rein?“ Schlange schüttelte den Kopf und drehte sich um. „Ich fürchte mir sind die Hände gebunden.“, witzelte er. Auch ihm hatte man Handschellen angelegt. Obwohl Lucy diesen Mann sicherlich nicht so liebte wie ihren Vater, traten ihr Tränen in die Augen. Ihre Beine gaben nach und sie landete auf dem harten Boden. Hektisch rief einer der Polizisten die Ärztin, die Lucy vorher schon untersucht hatte. „Ist alles in Ordnung?“, fragte sie, doch Lucy stieß sie beiseite und sprang auf. „Schlange!“, schrie sie. Schlange drehte den Kopf zu ihr. „Lucy!“ Er wollte sich losreißen, doch die Polizisten ließen ihn nicht. Ihr eiserner Griff hielt ihn wo er war. „Schlange...“, flüsterte Lucy wieder. Sie sackte wieder zusammen und brach in Tränen aus. Die Ärztin zog sie wieder auf die Beine. Sie fühlten sich an wie Wackelpudding. „Lucy, alles wird gut. Beruhige dich.“ Lucy verstummte. Sie umarmte die Ärztin und fragte:„Wie heißen Sie?“ Die Ärztin sah sie erstaunt an. „Warum willst du das wissen?“ „Jetzt wo Fuchs und Schlange nicht mehr da sind, brauche ich jemanden der für mich da ist.“ Die Ärztin lächelte. „Mein Name ist Penelope Kamme. Du kannst Penelope zu mir sagen.“ Lucy ließ Penelope los und ging auf wackligen Beinen zurück in ihr Zimmer. „Soll ich dir helfen?“, fragte Penelope. Lucy schüttelte den Kopf. Sie setzte sich auf ihr Bett und bat Penelope ihren Onkel anzurufen. Lucy legte sich hin und versuchte zu schlafen, doch die Ereignisse des Tages hielten sie wach. Die Tür öffnete sich und Lucy schob sich nach oben. Ihr Onkel Ben betrat das Zimmer. „Wie geht es dir?“, fragte er während er die Tür wieder schloss. „Ganz gut.“, entgegnete sie. Ben setzte sich auf den Stuhl auf dem zuvor Fuchs gesessen hatte. Ein stechender Schmerz durchfuhr sie. „Ist Fuchs wirklich mein Vater?“, platzte es aus ihr heraus. Ben schaute zu Boden. „Ja. Es tut mir Leid, Lucy, aber ich musste ihm versprechen dir nichts von seiner Existenz zu erzählen. Er meinte, es würde nur Trauer und Hass in die wecken, zu wissen einen Vater zu haben der keine Zeit hat dich zu sehen.“ Lucy nickte und schwieg. „Wie lange werden sie im Gefängnis sein?“, fragte sie. Ben antwortete nicht. „Und was ist mit Schlange? Fuchs hat gesagt, dass nur ich...“ „Schlange wird in einem Monat sterben, sollte er nicht rechtzeitig in seine Zeit kommen.“, unterbrach Ben sie. Lucy stiegen Tränen in die Augen. Sie wusste zwar, dass Schlange schwer krank war, das sah man ihm sofort an, und doch konnte sie nicht fassen dass er nur noch einen Monat hatte. Sie starrte ihren Onkel an. Tränen strömten ihr über die Wangen. „Wir müssen sie retten, Ben. Wir werden sie befreien.“