Die letzte Nacht!

 

 

 

Der Mond. So nah und doch so fern. So groß und doch so klein. So hell und rund, doch alles ist am Ende bloßer Schein.

 

Ob das Leben auf dem Mond wohl möglich wäre? Wenn ja, wann wäre es endlich soweit dorthin zu ziehen? Diese Fragen stellte ich mir, als ich neben meinem Freund auf dem Dach des Krankenhauses lag. Wir hatten uns dorthin geschlichen, um den letzten Abend, bevor ich sterben würde, zusammen zu verbringen. Da lag ich nun, auf seiner Brust und konnte seinen Herzschlag hören. Ich spürte seinen Atem an meinem Kopf und wie er zärtlich über meinen Bauch streichelte. Ich dachte über mein Leben nach. Es war kurz und trotzdem schön. Ich hatte eine Familie, die immer zu mir gehalten hat. Einen Freund, den ich liebte und viele Freunde, die mich immer unterstützten. Während ich über die Vergangenheit nachdachte, vergaß ich die Zeit. Erst als ich wieder zum Himmel blickte, merkte ich, dass der Mond langsam unterging und die Sonne zum Vorschein kam. Ich drehte meinen Kopf, so dass ich direkt in seine wunderschönen blauen Augen blicken konnte. Ich küsste ihn ein letztes Mal, bevor ich meinen Kopf zurück auf seine Brust legte. Dann schaute ich noch einmal in den Himmel, bevor ich meine Augen schloss und nie wieder öffnete.

 

 

 

Leonie